Aktuelle Studie: Die Digitalisierung der Supply Chain bietet große Vorteile, die Umsetzung dauert an

Foto: Shutterstock_574600981_KAMONRAT         Die Digitalisierung der Supply Chain ist ohne Zweifel eines der großen Wirtschafts- und Logistikthemen unserer Zeit.  Dieser Prozess wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken, da sich den Unternehmen viele Vorteile für ihre Produkte und Anwendungen bieten. Für die Strategieberatung Mc Kinsey ist klar, dass Unternehmen ihr jährliches Wachstum um zwei bis drei Prozent steigern, wenn sie die interne Digitalisierung vorantreiben. Die Deutsche Post DHL Group hat daher eine aktuelle Studie durchführen lassen. Erfahren Sie in unserem Blogbeitrag, welche Technologien laut dieser Studie das größte Gewinnpotential haben, wie weit die Umsetzung vorangeschritten ist  und welche Hürden samt Lösungsansätzen bestehen.

Aktuelle Studie im Auftrag der DHL

Im Auftrag der DHL wurde eine Befragung von 355 Supply-Chain- und Operations-Experten  rund um den Globus durchgeführt. Im Mittelpunkt stand, wie Unternehmen die zunehmende Digitalisierung der Lieferkette bewältigen und auf welche Vorteile es besonders ankommt. Die Befragten stammen aus so unterschiedlichen Branchen wie Automotive, Konsumgüter, Maschinenbau, Fertigung, Technologie und Biowissenschaften. Die Ergebnisse wurden in der Studie „Digitalisierung und die Supply Chain: Wo stehen wir und was kommt als nächstes?“ veröffentlicht.

Um welche Technologien geht es?

Die Digitalisierung der Lieferkette betrifft sowohl den Bereich der physischen Hardware als auch Informations- und Analyselösungen. Bei der Bewertung der einzelnen Teilaspekte ging es um die Bedeutung, die diese absehbarerweise in den kommenden drei Jahren für die Unternehmen haben werden.

Maschinentechnologien

Als physische Hardware mit dem größten Bedeutungszuwachs  sahen die Befragten klar die Weiterentwicklung der Robotik. 63 Prozent bewerteten diese als „sehr“ oder „extrem wichtig“. Auch autonome Fahrzeuge schätzen 40 Prozent als entsprechend wichtig ein, den 3D-Druck immerhin 33 Prozent. Des Weiteren wurden Augmented Reality (28 Prozent) und Drohnen (27 Prozent) genannt.

Informationstechnologien

Im Bereich der Informationstechnologie betrachteten 73 Prozent Big Data Analytics, also die Analyse besonders großer Datenmengen, als wichtigste Technologie. Direkt dahinter folgten cloudbasierte Anwendungen mit 63 Prozent und das Internet of Things mit 55 Prozent. Weitere wichtige Technologien waren Blockchain (51 Prozent), maschinelles Lernen (46 Prozent) und Sharing Economy Plattformen (34 Prozent).

Wie weit ist die Umsetzung der Digitalisierung?

Die erfolgreiche Digitalisierung der gesamten Supply Chain ist ein Großprojekt und benötigt eine umfassende, zielgerichtete Strategie. Dementsprechend sieht über die Hälfte der Befragten noch weiteren Optimierungsbedarf in ihrem Unternehmen: So gaben 51 Prozent an, dass sich die Digitalisierung im Bereich der Maschinentechnologien noch im Entwicklungs- bzw. einem frühen Stadium befindet; bei den Informationstechnologien sagten dies sogar 59 Prozent. Lediglich jeweils 5 Prozent antworteten, dass sie bereits eine Umsetzung entlang der gesamten Supply Chain durchführen. Überraschend ist, dass 10 (Maschinentechnologien) bzw. 7 Prozent (Informationstechnologien) derzeit keine Umsetzung verfolgen.

Interne oder externe Lösung?

Eine weitere entscheidende Frage ist, ob Unternehmen die eigene Digitalisierung selbst vorantreiben oder externe Logistik- oder Technologiedienstleister beauftragen. Die Antworten hierauf fallen gespalten aus: Während 60 Prozent der Unternehmen die Digitalisierung ihrer Maschinentechnologien an Logistikdienstleister outsourcen, sind es bei den Informationstechnologien nur 48 Prozent. Dem stehen 39 Prozent gegenüber, die die Maschinentechnologien selbst implementieren, sowie 56 Prozent bei den Informationstechnologien. Technologiedienstleister werden in 26 bzw. 35 Prozent (Maschinen- bzw. Informationstechnologien) beauftragt.

Informationstechnologien bieten entscheidende Wettbewerbsvorteile

Wahrscheinlich ist, dass Unternehmen vor allem im Bereich Informationstechnologien die Umsetzung selbst in die Hand nehmen wollen, da nicht nur die Lieferkette optimiert wird, sondern allgemeine Vorteile im Wettbewerb erreicht werden. Dass dennoch 48 Prozent auch auf externe Logistikdienstleister setzen, deutet laut Studie darauf hin, dass Unternehmen ihre eigenen Umsetzungsbemühungen mit Unterstützung von außen ergänzen wollen.  

Welche Vorteile bringt die Digitalisierung den Unternehmen?

Die befragten Supply-Chain- und Operations-Experten erwarten grundsätzlich eine ganze Reihe von Vorteilen durch die Digitalisierung. Dies gilt sowohl für die Maschinen- als auch die Informationstechnologien. Klar an erster Stelle wird die Möglichkeit für Unternehmen, ihre Kosten zu reduzieren sowie die Profitabilität zu steigern, genannt (Maschinentechnologien: 82 Prozent. Informationstechnologien: 77 Prozent). Auch eine Verbesserung des Kundenservice (72 bzw. 69 Prozent) sowie der Flexibilität der Lieferkette (71 bzw. 67 Prozent) gehören zu den größten Nutzen.  

Welche Hürden bestehen?

Die Digitalisierung der Supply Chain gelingt nicht, ohne einige Hürden zu nehmen. Im Regelfall handelt es sich aber um Aufgaben, die mit jeder Technologieumstellung anfallen: Hierzu gehören bei den Maschinentechnologien Zweifel an der Verlässlichkeit (68 Prozent), Widerstand gegenüber Veränderungen (65 Prozent) und Zweifel am Return on Investment ROI bzw. der Rentabilität (64 Prozent). 42 Prozent der Befragten gaben zudem an, keinen Bedarf an den neuen Maschinentechnologien zu sehen. Im Bereich der Informationstechnologien sehen die Befragten vor allem Probleme bei der Organisation sowie aufgrund bestehender alter Systeme (jeweils 78 Prozent) gefolgt von einem Mangel an fachspezifischer Expertise (70 Prozent).  

Wie eine erfolgreiche Implementierung gelingt

Die Unternehmen der befragten Experten haben bereits eine Vielzahl an Lösungswegen für die genannten Hindernisse entwickelt. Die meisten Befragten (63 Prozent) gaben an, mit einzelnen Bereichen ihrer Supply Chain zu beginnen. 55 Prozent arbeiten mit externen Dienstleistern zusammen und 46 Prozent betreiben erst einmal weitere Nachforschungen, um die Kostenvorteile der Digitalisierung nochmals zu steigern. 38 Prozent haben Pilotprogramme gestartet.