ZF-Zukunftsstudie „Letzte Meile“: Wenn der Roboter das Weihnachtspaket bringt

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Vor allem in dichtbesiedelten Zentren muss sich die „letzte Meile“ verkürzen und intelligenter werden. Der E-Commerce boomt, nicht nur bei Frischware fordern die Kunden eine immer schnellere Zustellung. „Same day delivery“ ist Standard, „same hour delivery“ der Trend. Lokale Distributionszentren werden daher näher zum Kunden rücken und dezentraler organisiert sein müssen. Prompte Lieferung wird auch auf dem Land und in kleineren Städten gewünscht und hier herrscht für die Logistikdienstleister enormer Kostendruck.

Intelligente Algorithmen können in Zukunft frühzeitig Bestellungen und Transportanforderungen antizipieren – im Idealfall befindet sich die Ware schon während der Bestellung in direkter Nähe zum Kunden. Das Wissen über Sendungen und deren Empfänger hilft, Transporte flexibel und effizient zu gestalten.

Autonome Auslieferungsroboter mindern Kostendruck
Die Studie geht davon aus, dass neue Technologien, die innovative Transportformen ermöglichen oder Transporte sogar überflüssig machen (3D-Druck!), für die größten Veränderungen sorgen werden. Auch dem autonomen Fahren werde eine wichtige Rolle zukommen, und zwar ohne, dass der Zusteller überflüssig wird. Seine Aufgaben ändern sich, etwa wenn ihm auf seinem Weg von Haus zu Haus das Transportfahrzeug automatisch folgt. Auch in Städten können bodengebundene Transportroboter auf der letzten Meile eingesetzt werden. Die Forscher rechnen mit bis zu 400 Millionen Paketzustellungen jährlich bis 2030. Transportdrohnen seien aufgrund von Sicherheitsrisiken keine vielversprechende Option. Allenfalls für Nischen wären die Drohnen geeignet, z. B. zur Belieferung des einsamen Berghofs oder der Inselapotheke.

Elektrische Antriebe bei den Roboterfahrzeugen ermöglichen die Nutzung der Nachtstunden auf der letzten Meile, außerhalb der Metropolen bleibe dagegen bis auf weiteres der Verbrennungsmotor im Einsatz.

Die Studie appelliert an die Logistikwirtschaft, die Chancen der Digitalisierung stärker zu nutzen.

Die ZF-Zukunftsstudie wird herausgegeben von der ZF Friedrichshafen AG, einem der weltweit größten Automobilzulieferer. Hier der Link zur ZF-Zukunftsstudie:


http://www.zf-zukunftsstudie.de/zukunftsstudie-2016/